Problematischer Medienkonsum

Früherkennung und Diagnostik

Wenn wir von Mediensucht sprechen, ist es nicht immer klar, was damit eigentlich gemeint ist. Sprechen wir von Internetsucht, Computerspielabhängigkeit, pathologischen oder exzessiven PC-Gebrauch? Das Phänomen des problmatischen Medienkonsums ist wissenschaftlich noch nicht als einheitliches Störungsbild definiert. Aus der Praxis von Suchtberatung und –therapie können wir allerdings das Störungsbild empirisch beschreiben. Auch wenn noch nicht eindeutig geklärt ist, ob es sich primär um eine Suchtstörung oder psychsche Störung handelt, haben sich suchtherapeutische Maßnahmen als effektiv für die Betroffenen erwiesen.

 

Suchtberatungsstellen können hier für Betroffene und deren Angehörige als „Clearingstellen“ dienen. Denn es handelt sich nicht immer unbedingt um ein pathologisches Problem. Erziehungsproblematiken, mehr oder minder ausgeprägte psychische Probleme oder einfach nur riskantes Konsumverhalten als Teil der Jugendphase können Auslöser einer Beratungsanfrage von Betroffenen oder deren Angehörige sein. In der Beratung kann geklärt werden, welche Problematik im Vordergrund steht bzw. ob sich bereits ein abhängiges Verhalten ausgebildet hat. Je nach Fall kann dann behandelt bzw. optimal weitervermittelt werden.

 

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Früherkennung

Zur Einschätzung eines problematischen Medienkonsums von Eltern oder Lehrkräften können folgende Indikatoren beitragen: Leistungsrückgang in der Schule, Studium oder Beruf, wachsendes Desinteresse am eigenen sozialen Umfeld, Nachlassen von „offline“ Freizeitinteressen (z. B. Sport), auffallende Müdigkeit durch chronischen Schlafmangel, fahler Gesichtsausdruck, mangelnde Körperspannung, Gesprächsverweigerung bei Ansprache des Problems, aggressive, nervöse Reaktionen bei Computerentzug. Einem problematischen Medienkonsum sollte so früh wie möglich von Seiten der Eltern begegnet werden. Die Regulation des Medienkonsums der Kinder ist Sache der Familie und integraler Bestandteil der Medienerziehung. Diese Aufgabe kann nicht delegiert werden. Holen Sie sich bei Bedarf Hilfe und nehmen Sie örtliche Beratungsangebote zu diesem Thema wahr.

Einfach nur zu viel oder abhängig?

 

Ein problematischer Medienkonsum lässt sich in drei Stufen unterteilen:


 

Riskanter Medienkonsum – hier wird durch einen phasenweise exzessiven Konsum der Anschluss an Familie, Freunde, Schule und Beruf riskiert.


Missbräuchlicher Medienkonsum - hier wird der Medienkonsum als inadäquate Stressbewältigung für soziale, schulische oder familiäre Probleme mehr oder weniger bewusst missbraucht.


Abhängiger Medienkonsum – der Medienkonsum steht im Mittelpunkt des Lebens der Betroffenen, alles dreht sich nur noch um die virtuelle Existenz. Das direkte soziale Umfeld wird stärk vernachlässigt, schulische oder berufliche Leistungs-anforderungen können oft nicht mehr in ausreichendem Maße erbracht werden.

Subtypen eines problematischen Medienkonsums

Zwanghafte virtuelle Kontaktsuche:
Chatrooms, Facbook, Instant Messenger, Cyberaffaire [eher Frauen]

 

Cybersexabhängigkeit:
Pornobilder und -videos, Livecams, Cybersex [i. d. R. Männer]

 

Computerspielsucht:
Online Taktik Shooter, Onlinerollenspiele (MMORPG), Minigames, Konsolenspiele [viele Jugendliche bzw. junge Männer]

Rat und Hilfe

 

 

Beratung für Marburg und Umgebung

Soforthilfe Hessen

Computerspielsucht Ambulanz

Selbsthilfeprojekt "Update"

Elterninitiative zum Thema Mediensucht

 

Online Selbsthilfeforum