Mediensucht

Das virtuelle Licht am Ende des Tunnels

Die Informationstechnologie entwickelt sich rasant weiter. Digitale Medien sind inzwischen in alle Lebensbereiche vorgedrungen. Durch das schnelle und zunehmend mobile Internet (z. B. Smart-Phones) durchdringt die Virtualität unseren Alltag. Ob beruflich oder privat, digitale Medien beeinflussen das kollektive Bewusstsein der Gesellschaft und ihre Werte nachhaltig. Virtuelle Welten entfalten hierbei eine enorme Anziehungskraft und gewinnen immer mehr an Bedeutung für das berufliche und soziale Umfeld. Ein neuer Sozialraum entsteht, der die Art und Weise, wie wir miteinander in Beziehung treten, neu organisiert. Der Cyberspace ist mittlerweile fester Bestandteil der Lebenswelt Jugendlicher. Mit dieser Entwicklung sind natürlich auch neue Probleme verbunden: Neben den Themen Cyber-Mobbing, Jugendmedien- und Datenschutz gewinnt das Phänomen der Mediensucht substanziell an Bedeutung.

 

Angebote zum Thema finden Sie hier...

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Computerspiele(n) in der Familie

[29.02.13] Im Auftrag der Landesanstalt für Medien NRW wurde eine Studie vom Hans-Bredow-Institut und der Universität Hamburg zur Computerspiel-sozialisation von Heranwachsenden unter Berücksichtigung genderspezifischer Aspekte erstellt. Download Studie

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Projekt Go Onlife in Berlin

[01.10.12] „Wenn aus Spaß Ernst wird – Exzessive und pathologische Computerspiel- und Internetnutzung“ Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung thematisierte bei ihrer jährlichen Jahrestagung problematischen Medienkonsum.

Go Onlife war vor Ort.

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Prävalenz Computer- und Internetsucht

Durch die sich ständig erweiternden technischen Möglichkeiten (z. B. DSL) und die neuen Entwicklungen im interaktiven Entertainment (z. B. Onlinespiele) gibt es zunehmend Menschen, die einen Großteil ihres Lebens „virtualisieren“. Einige davon verlieren mehr und mehr ihre realweltlichen Bezüge. Die KFN-Studie „Computerspielabhängigkeit im Kindes- und Jugendalter“ fasst zusammen, dass in Deutschland allein in dem Altersjahrgang der 15-jährigen etwa 23.600 Jugendliche gefährdet sind, eine Computerspielabhängigkeit zu entwickeln. Mit einem durchschnittlichen Computerspielkonsum von täglich mehr als 4,5 Stunden weisen 4,3 % der Mädchen und 15,8 % der Jungen einen exzessiven Medienkonsum auf. Und schon im Jugendalter erfüllen 3 % der Jungen (n=13.000) und 0,3 % der Mädchen (n=1.300) bereits die Abhängigkeitskriterien (KFN-Studie 2009).

 

Betrachtet man die Internetnutzung insgesamt, so kommt die PINTA-Studie „Prävalenz der Internetabhängigkeit“ in der Altersgruppe 14 - 24 Jahre auf 2,4 %. Nimmt man die 14 - 16-Jährigen heraus, erhöht sich der Prävalenz auf 4,9% bei den Mädchen und 3,1 % bei den Jungen. Die auffälligen jungen Frauen (14 - 24 Jahre) nutzen hauptsächlich soziale Netzwerke (77,1 % der Abhängigen) und eher selten Onlinegames (7,2 %). (Pinta Studie 2011) Aus beiden Studien lassen sich zwei Subtypen und Genderaspekte der Mediensucht ableiten. Während Mädchen sich eher in sozialen Netzwerken verfangen, entwickeln Jungen häufiger einen exzessiven Computerspielkonsum.

Medienkonsum und Erziehung

„Ein allgemein belastetes Familienklima trägt offenbar dazu bei, dass sich die Jugendlichen hinter ihren Bildschirm zurückziehen. [...] Diese Jugendlichen sind nicht sozial isoliert, sind aber mit einigen zentralen Lebensbereichen sehr unzufrieden, insbesondere mit ihrer Familiensituation.“ (EXIF-Studie)

 

Ein Aufwachsen ohne Medien ist in unserer Gesellschaft unmöglich geworden. Medien sind fester Bestandteil des Sozialisationsprozesses von Kindern und Jugendlichen. Die Beschäftigung mit Medien und ihren vielfältigen Möglichkeiten beeinflusst die psychosoziale Entwicklung von Kindern und ist Teil formeller und informeller Bildungsprozesse. Hierin unterscheidet sich die Zeit des Aufwachsens heute deutlich von der der Elterngeneration. Aus der eigenen Kindheit können keine Erfahrungswerte zur „gesunden“ Nutzung digitaler Medien übertragen werden. Konflikte in der Familie, vor allem um das Thema Medienzeiten, sind die Folge. Das Misslingen der zeitlichen Regulierung des Medienkonsums der Kinder hängt von vielfältigen Risikofaktoren ab. So identifiziert die Studie „EXIF – Exzessive Internetnutzung in Familien“ folgende Prädikatoren: Sozialstatus der Familie, hohe Medienbindung bzw. üppige Geräteausstattung, inkonsequente Medienerziehung, geringe Medienkompetenz der Eltern sowie problematische Familienverhältnisse.

 

 

Ein sich entwickelnder problematischer Medienkonsum bei Kindern und Jugendlichen hängt also auch immer mit der Beziehung zu den Eltern zusammen. Er kann eine inadäquate Stressbewältigung für dauerhafte oder tiefgreifende innerfamiliärer Probleme sein. Sie sollten sich als Eltern daher so früh wie möglich professionelle Hilfe suchen, damit sich ein exzessiver Medienkonsum bei Ihrem Kind nicht verfestigt und schlimmstenfalls in eine Abhängigkeit mündet.

Netzwerk Mediensucht

Fachforum Mediensucht Hessen

Fachverband Medienabhängigkeit

Berliner Mediensuchtkonferenz

Problematischer Medienkonsum

Wenn wir von Mediensucht sprechen, ist es nicht immer klar, was damit eigentlich gemeint ist. Sprechen wir von Internetsucht, Computerspielabhängigkeit, pathologischen oder exzessiven PC-Gebrauch? Das Phänomen des problmatischen Medienkonsums ist wissenschaftlich noch nicht als einheitliches Störungsbild definiert. Aus der Praxis von Suchtberatung und –therapie können wir allerdings das Störungsbild empirisch beschreiben.

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Die Welt der Onlinegames

Innerhalb von nur einem Jahrzehnt hat sich das Internet zu einem Massenmedium entwickelt. Mit immer schneller werdenden DSL-Verbindungen gibt es keine Zugangsbeschränkungen mehr. Diese Entwicklung macht es möglich, dass sich aufwendige Onlinespiele von einem Nischenprodukt zu einem Verkaufsschlager entwickeln konnten. Die Schöpfung virtueller Welten entfaltet eine zunehmende Anziehungskraft - nicht nur für Jugendliche.

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Prävention

In der Suchtprävention gilt die Stärkung der Kinder und der Familien, in der sie groß werden, als zentrales Motiv. Hierfür brauchen Heranwachsende ein sicheres Zuhause, Eltern, die sich liebevoll und mit Zeit ihren Kindern zuwenden und eine Kita bzw. Schule, in der sie sich wohl und bestätigt fühlen. Das gilt auch bei der Vorbeugung eines problematischen Medienkonsums.

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