Medienkinder oder Kindermedien

Entwicklungsorientierte Medienbildung in der Kita

Fortbildung | Workshop

Was sind eigentlich relevante Medien im frühen Kindesalter? Welche Medien könnten die psychosoziale Entwicklung von Kindern fördern, welche beeinträchtigen? Bei Bilderbüchern scheint die Sache klar zu sein, aber wie sieht es aus mit Fernseh- und Internetnutzung bei Kleinkindern? Können elektronische Medien Kindern behilflich sein bei der Bewältigung von Entwicklungsaufgaben?

 

 

Kinder sind den Medien nicht hilflos ausgesetzt. Schon in den ersten Jahren sind Kinder in der Lage, aus einer Vielzahl von Medien auszuwählen und sie entwickeln Vorlieben für Formate. Medien erzählen spannende Geschichten. Sie fesseln und faszinieren Kinder mit ihren Abenteuern und Medienhelden. Sie helfen Kindern bei der Eroberung der für sie noch neuen Umwelt. Erzählen von leidvollen Erfahrungen und großen Herausforderungen in der Kindheit und ermutigen gleichzeitig, diese selbstbewusst zu meistern.

 

 

Medien sind ein Fenster zur Welt, ein wichtiger Vermittler von Wert- und Weltvorstellungen. Doch wie viel Medien brauchen Kinder für eine gesunde Entwicklung? Wie kann eine entwicklungsorientierte Medienbildung aussehen, die einen altersgemäßen, verantwortungsvollen und selbstbestimmten Umgang mit Medien bei Kindern fördert?

Medienerziehungsberatung in der Kita

Film "Star Wars", Kita Feuerwache Frankfurt
Medienerlebnisse verarbeiten - "Star Wars" in der Kita

Über den Medienkonsum von Kindern wird in den letzen Jahren viel diskutiert. Die Digitalisierung und die damit einhergehende Allgegenwärtigkeit der Medien werfen für die Erziehung von Kindern ganz neue Fragen auf. Dabei geht die strittige Diskussion von „Digitaler Demenz“ bis hin zur Forderung nach gleichberechtigter „digitaler Teilhabe“. Eltern sind sich zunehmend unsicher und sehen sich oft hin- und hergerissen: Wie viel Medienzeit ist gut für mein Kind und welche Medien sind geeignet?

 

 

Die Vorlieben für Medien hängen ganz wesentlich mit den medienbezogenen Fähigkeiten bzw. kognitiven Verarbeitungsmöglichkeiten von Kleinkindern ab. Sie sind also abhängig vom Entwicklungsstand des Kindes. Daher ist es entscheidend zu wissen, welches Medium für welches Alter geeignet ist. Nur so kann ein förderlicher Medienkonsum identifiziert und von einem ungesunden unterschieden werden. Neben dem Konzept der Bewahrung, setzt eine ausgewogene Medienerziehungsberatung in der Kita auf die Entwicklung eines bewussten Umgangs mit (digitalen) Medien bei den Eltern.

 

 

Das Seminar vermittelt Erzieher/innen grundsätzlich mehr Handlungssicherheit in Fragen der Medienerziehung. Einerseits werden Gefahren für die psychosoziale Gesundheit eines nicht altersgemäßen Medienkonsums diskutiert (z. B. welchen negativen Einflüssen wie Werbung oder Gewaltdarstellungen sind Kinder vor dem Fernseher ausgesetzt?). Andererseits werden aber auch Alternativen aufgezeigt, die für Kinder empfehlenswert sind. Welche Tablets, Apps, Computer- oder Internetangebote sind für Kinder geeignet und wo können Eltern empfehlenswerte Medienangebote für Kinder finden? Die Teilnehmer/innen gehen mit ganz konkreten Ansätzen für die Elternberatung gestärkt aus dem Seminar.

Einsatz von (digitalen) Medien in der Kita

Der Einsatz von elektronischen Medien schon in der Kita ist umstritten. Zwei Einwände werden in dieser Diskussion immer wieder angebracht: Erstens, der Konsum elektronischer Medien von Kinder ist eh schon zu hoch (zu viel!) und zweitens besteht keine Notwendigkeit, Kinder bereits in der Kita mit digitalen Medien zu konfrontieren (zu früh!). Diesen beiden Argumenten liegt nicht selten die Annahme zugrunde, dass elektronische Medien per se schädlich für die (früh-)kindliche Entwicklung seien, alle anderen Medien hingegen, wie z. B. Bücher und Malstifte, grundsätzlich gut. Diese Mutmaßung ließe sich sicherlich widerlegen.

 

Doch wird diese Auseinandersetzung gänzlich obsolet, betrachtet man digitale Medien unaufgeregt als normale Werkzeuge pädagogischer Arbeit. Denn besteht ein offenes Interesse an neuen technischen Entwicklungen, wird deren Lernpotential in der Regel schnell erkannt. Für eine zeitgemäße pädagogische Arbeit ist es daher eine schlichte Notwendigkeit, sich mit den neuen Möglichkeiten digitaler Lernchancen auseinanderzusetzen. Zugegeben, neue technische Entwicklungen in die pädagogische Arbeit zu integrieren ist eine Herausforderung, kann aber von einer Profession erwartet werden. Dabei sollte man die Potentiale digitaler Medien für den Einsatz in der Kita weder unter- noch überschätzen.

 

Der Workshop eröffnet Einblicke in die handlungsorientierte Arbeit mit digitalen Medien. Verschiedene Formate, z. B. Video, Foto und Kinderapplikationen, können spielerisch an verschiedenen Geräten (Tablets, Laptop, digitale Aufnahmegeräte) ausprobiert werden. Die technischen Anwendungen sind im wahrsten Sinne des Wortes kinderleicht. Probleme in der Bedienung treten daher selten auf. So ist es möglich, sich schnell auf den kreativen Einsatz der Medien zu konzentrieren. Konkrete Einsatzmöglichkeiten im Kitaalltag werden diskutiert. Hemmschwellen, digitale Medien in der Kita einzusetzen, werden abgebaut und das individuelle pädagogische Repertoire wird nachhaltig erweitert.

Ein Angebot für Erzieher/innen, Fachdienstleitungen bzw. Fachberatungen für Kindertagesbetreuungen und Kindertagesstätten